Kräuterwurzeln ernten

Die Kräuterkunde ist ein großes Feld. Doch entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Kräuter, besonders Heilkräuter, nur aus den Blättern, Blüten und eventuell der Stengel des Krautes bestehen würden, wird von vielen Pflanzen nur oder auch die Wurzel verwendet. Hierzu gibt es sowohl viele alte und neue Aufzeichnungen über die entsprechende Heil- und / oder Würzwirkung.

Wie erhalte ich die Wurzel?

ginseng-641890_640Jede Pflanze, deren Wurzel zur Verwendung kommt, muss zu einem bestimmten Zeitpunkt geerntet werden. In diesem Fall wird die Wurzel ausgegraben. Dies ist, je nach Pflanze mehr oder weniger leicht. Denn einige sind weit verzweigt, andere gehen senkrecht in den Boden hinein. Nach Möglichkeit sollte dies an einem trockenen, warmen Tag vorgenommen werden, bestenfalls bei abnehmendem Mond. Letzeres fördert die Wirksamkeit der Heilkraft.

Mit Wasser und einer festen Bürste wird die Wurzel nun sehr gut gereinigt. Kranke, faulige oder verletzte Stellen werden großzügig heraus geschnitten. Auch die feinen „Würzelchen“ werden abgeschnitten. Eine Wurzel / Rhizoma benötigt einen recht langen Zeitraum, um vollständig durchzutrocknen. Daher ist es sinnvoll, sie in kleinere Stücke zu schneiden. Auch die Umgebung muss gut gewählt werden für das Trocknen: Warm, luftig und eben trocken! Ansonsten kann es sehr schnell zu Schimmelbildung kommen.

Selbstverständlich kann diesbezüglich ein Dörrautomat unterstützend eingesetzt werden. Doch dieser sollte konkret einstellbar sein. Denn beim Trocknen einer Kräuterwurzel darf die Trocknungstemperatur 50°C nicht überschreiten. Daher kann auch der Heizungsraum, wenn er geruchsfrei und sauber ist, als Trocknungsort gewählt werden. Ist die Trocknung vollzogen, sollten die Wurzeln in dunklen, gut verschließbaren Gläsern aufbewahrt werden. Getreidemotten beispielsweise lieben getrocknete Wurzeln.

Von welchen Pflanzen sind die Wurzeln hilfreich?

  • Magenbeschwerden: Alant, Engelwurz, Enzian, Kalmus, Süßholz
  • Verdauung allgemein: Alant, Engelwurz, Blutwurz, Enzian, Kalmus, Meerrettich, Nelkenwurz
  • Bronchien: Alant, Eibisch, Engelsüß
  • Nerven / Psyche: Baldrian, Ginseng

Natürlich ist dies nur eine kleine Auswahl der heimischen Wurzeln, die in der Heilkunde verwendet werden. Doch sie zeigt, dass die meisten von ihnen unterschiedliche Wirkungsweisen in sich tragen und somit vielseitig eingesetzt werden können.

Die meisten Wurzeln werden, nicht wie Blätter und Blüten, durch einen Aufguss zubereitet. Stattdessen werden sie in einem Kaltansatz bereits am Abend vorher eingeweicht und am Morgen gut aufgekocht und abgeseiht. Am besten wird eine Tagesmenge auf einmal zubereitet und in einer Thermoskanne aufbewahrt. Über den Tag verteilt wird der Tee dann getrunken, damit er seine Wirkung erzielen kann.

Sollen Wurzeln mit anderen Kräutern gemischt werden, kann dieser abgeseihte Kaltansatz mit der Teezubereitung der übrigen Kräuter gemischt werden. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, alles zusammen als Tee aufzubrühen. Die Wirkung der Wurzeln ist dann jedoch geringer.

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